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Lebzeitige Schenkungen - Hintergrundinformationen
Aus persönlichen und/oder steuerlichen Gründen empfiehlt sich häufig eine Übertragung von (Teil-)Vermögenswerten zu Lebzeiten, also bevor sämtliche Vermögenswerte eines Erblassers bei seinem Tod auf die Erben oder sonstige Berechtigte übergehen. Durch lebzeitige Zuwendungen – sei es mit oder ohne Gegenleistung – ist es dem Übertragenden insbesondere möglich, den Zuwendungsempfänger unabhängig von der Existenz erb- und/oder pflichtteilsberechtigter Personen zu bedenken und einzelne Vermögenswerte dem Zugriff Dritter zu entziehen.

Eine sinnvolle Vermögensplanung gebietet oftmals sogar eine vorzeitige Übertragung einzelner Vermögensbestandteile, um steuerliche Freibeträge auszuschöpfen und den übermäßigen Anfall von Erbschaftssteuern zu Lasten von erb-, pflichtteils- oder in sonstiger Weise berechtigten Personen zu verhindern. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang allerdings stets, dass und unter welchen Voraussetzungen solche Schenkungen andere berechtigte Personen in ihren Rechten beschränken. Denn die Schenkungen können in diesem Fall ganz oder teilweise anfechtbar sein oder zu Erb- oder Pflichtteilsergänzungsansprüchen führen. Gegebenenfalls ist dann der Schenkungsvertrag durch eine letztwillige Verfügung (Testament oder Erbvertrag) zu ergänzen.

Nach § 16 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsgesetzes (ErbStG) in seiner aktuellen Fassung werden folgende Steuerfreibeträge gewährt:

  1. 307.000,00 € zugunsten des Ehegatten;
  2. 205.000,00 € zugunsten der Kinder bzw. der Kinder verstorbener Kinder (Enkel);
  3. 51.200,00 € zugunsten der Enkel, Eltern und Großeltern (nur bei Erwerben von Todes wegen, also nicht bei lebzeitigen Schenkungen);
  4. 10.300,00 € zugunsten von Geschwistern, Kindern von Geschwistern, Stiefeltern, Schwiegerkindern, Schwiegereltern und geschiedenen Ehegatten;
  5. 5.200,00 € zugunsten aller anderen Erwerber.

Zusätzlich steht Ehegatten und Kindern ein Versorgungsfreibetrag zu, der sich auf 256.000,00 € (für Ehegatten) bzw. 10.300,00 € bis 52.000,00 € (für Kinder bis zum 27. Lebensjahr, gestaffelt nach ihrem Alter) beläuft.

© Axel Pelzer 2008